Schnaittach beabsichtigt im ersten Schritt ein spezifisches Wohnangebot für ältere Menschen zu schaffen.

Bayerisches Modellvorhaben „Ort schafft Mitte“

Ort schafft Mitte quer

Die oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern hat Ende des vergangenen Jahres das Modellvorhaben „Ort schafft Mitte" ausgelobt. Es richtet sich an bayerische Städte und Gemeinden, die mit dem demografischen Wandel einhergehenden Veränderungen aktiv begegnen wollen. Vorrangiges Ziel des Modellvorhabens ist es, den Städten und Gemeinden Handlungsspielräume zur Beseitigung von Gebäudeleerständen und Infrastrukturdefiziten zu eröffnen. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen wurden zehn bayerische Modellgemeinden ausgewählt. Neben Städten wie Schrobenhausen und Freyung wird auch das vom Markt Schnaittach eingereichte Modellprojekt für förderwürdig erachtet. Schnaittach wird mit seinem Konzept zur bayerischen Modellgemeinde. Alle Modellkommunen suchen auf ihre Weise neue Wege um strukturelle Mängel innerhalb ihrer Orte zu beseitigen. Mit dem Modellvorhaben „Ort schafft Mitte" sollen vielfältige Maßnahmen und Ideen entwickelt werden, um konkrete Instrumente zu finden, innerörtliche Leerstände zu vermeiden oder zu beseitigen. Zur Umsetzung des auf drei Jahre angelegten Modellprojekts stellt die Oberste Bayerische Baubehörde den Modellgemeinden eine professionelle wissenschaftliche Begleitung an die Seite. Außerdem können Modellvorhaben bei finanziell schwachen Kommunen besonders gefördert werden.

Soweit zur theoretischen Zielsetzung des Modellprojektes: Um was geht es konkret:

Es geht um die Zurückeroberung der Ortsmitten. In der Nachkriegszeit sind auch in den ländlichen Räumen neue Wohnviertel an den Ortsrändern entstanden. Oft verbunden mit einer Entvölkerung der Ortsmitte. Dabei gilt es die Ortskerne als gleichwertigen Wohnstandort zum Ortsrand zu entwickeln. Durch gezielte Förderungen gilt es das finanzielle Risiko bei der Sanierung von Altbauten abzupuffern. Eine Strategie könnte sein, gerade ältere Leute im Ortszentrum anzusiedeln, nahe an den dortigen Einkaufsstandorten. Auch junge Familien wären lohnenswerte Zielgruppen. Im Markt Schnaittach finden wir im Altort verschieden Problemzonen. Viele ältere Gebäude unterliegen denkmalpflegerischen Auflagen. Der Erhalt und Sanierungsaufgaben sind für die Besitzer deshalb mit erheblichen Mehrkosten verbunden. So stehen im Kernort allein 49 Einzelobjekte in der Denkmalliste. Oftmals fehlt es den Gebäuden an Zukunftsperspektiven. Solche Problemfälle finden wir in der Nähe des Marktplatzes, den Nebenstraßen und ganz massiv in der Fröschau. Über neue Fördermöglichkeiten und eigenverantwortliche kommunaler Entwicklungsfonds für Grundstücke und Immobilen soll der drohenden Verödung ganzer Siedlungsgebiete begegnet werden. Im Modellprojekt möchte der Markt Schnaittach in einer Leerstandsimmobilie in der Nürnberger Straße ein spezifisches Wohnangebot für ältere Menschen schaffen. Der teilweise denkmalgeschützte Gebäudekomplex wurde bereits aufgenommen, um die prinzipielle Eignung des Anwesens für eine Sanierung abschätzen zu können. Dabei sind die Möglichkeiten der Einbindung unserer Bürgerstiftung zu klären und Finanzierungskonzepte zu entwickeln.

Bürgerengagement - der Schlüssel zum Erfolg. Ohne die private Initiative und des Engagement der Bürger ist eine erfolgreiche Ortskernentwicklung nicht denkbar. Die Vitalisierung von Ortskernen kann nur gelingen, wenn alle relevanten Gruppen eingebunden sind. Den Modellgemeinden wird während der dreijährigen Umsetzungsphase eine professionelle wissenschaftliche Begleitung zur Seite gestellt. Unter der Moderation dieser Kommunalberater finden jährlich drei- bis vier Workshops statt. Im ersten Workshop im März 2011 wollen wir mit lokalen Akteuren die Situation im Wohnungsmarkt für ältere Menschen in Schnaittach erörtern und nach Möglichkeiten neuer Angebote suchen. In den weiteren Workshop wird es dann um die Einbindung der Bürgerstiftung in die Ortskernsanierung gehen. Die steuerlichen Vergünstigungen der Stiftung sollen die Sanierungsbemühungen von Gebäudebesitzern finanziell mildern. Auch in diesen Workshop werden örtliche Experten und die Bürgerschaft mit eingebunden.

Liebe Bürgerinnen und Bürger! Es gibt nur zwei Arten der Einwirkung auf die städtebauliche Entwicklung des Ortskerns. Die Hände in den Schoß zu legen und zu hoffen, dass die Besitzer älterer Anwesen und Gebäude dies schon richten. Oder die aktive Mithilfe an einer nachhaltigen und sinnvollen Weiterentwicklung der innerörtlichen Bereiche. Dabei die Besitzer von leerstehenden oder sanierungsbedürftigen Anwesen beraten, mit ihnen zu planen und sie - soweit machbar - auch finanziell zu unterstützen um damit einen weiteren Wertverfall zu begegnen. Der Markt Schnaittach entscheidet sich für den zweiten, vielleicht schwierigeren und arbeitsintensiveren Weg. Mit unserer Teilnahme am Modellvorhaben, suchen wir in Zusammenarbeit mit allen Bürgerinnen und Bürgern Lösungen um die Ortsmitte und die historischen Bereiche unseres Ortes als wirtschaftliche, soziale und kulturelle Lebensmittelpunkte zu stärken. Im Modellvorhaben kann sich der Fördersatz für Projekte der Städtebauförderung im Einzelfall auf 80 % erhöhen. Die Vitalisierung von Ortskernen gelingt dann am besten, wenn alle bedeutenden Gruppen in die Entwicklung von Projekten mit eingebunden werden. Dies möchte der Markt und bitte Sie alle um aktive Unterstützung und Begleitung des Modellprojekts „Ort schafft Mitte".

Schnaittach beabsichtigt im ersten Schritt ein spezifisches Wohnangebot für ältere Menschen zu schaffen.

>>>Weitere Informationen finden Sie in den Links und Downloads am Seitenende.<<<

Mit freundlichem Gruß

Georg Brandmüller

Ihr Bürgermeister

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