Schnaittach stellt Betreuungsangebot an der Grundschule um

Kostenlose offene Ganztagsbetreuung ersetzt künftig die Mittagsbetreuung

In einer sehr langen und ausführlichen Marktratssitzung mit viel Publikum entschied sich das höchste Gremium im Markt Schnaittach in außerordentlicher Sitzung zur Einführung von mehreren offenen Ganztagsgruppen an der Grundschule mit den Standorten Schnaittach und Kirchröttenbach. Förderbedingt können künftig die auf langjährigem ehrenamtlichem Engagement gewachsenen Mittagsbetreuungen nicht mehr angeboten werden. Das Angebot der offenen Ganztagsbetreuung mit Kurzgruppen bis 14h und Langgruppen bis 15:30h ist dafür kostenlos (lediglich Essenskosten kommen auf die Eltern zu) und wird in den Langgruppen auch noch pädagogisch aufgewertet.

Rektorin Hölzel, offene Ganztagsbetreuung

Lange Beratung in außerordentlicher Marktratssitzung

Der Marktratsberatung am 19.03.2018, die durch die Ausführungen von Frau Rektorin Hölzel ergänzt wurde, gingen lange Planungen und Sondierungen voraus, die aber am Ende doch einen sehr engen Zeitplan ergaben und eine außerordentliche Sitzung erforderten. Hintergrund war die sehr frühzeitige Erfassung des Bedarfs an Ganztagsplätzen in einem gebundenen Ganztag an der Grundschule. Somit konnte der „diesjährige Trend“ in die Grundzüge der Planung mit einfließen. Der gebundene Ganztag (mit dauerhafter Schulpflicht auch an vier Nachmittagen) wurde in den letzten Jahren mangels genügend Anmeldungen nicht mehr angeboten. Es war keine Klassenbildung wegen der geringen Anmeldungszahl möglich. Für das Schuljahr 2018/19 wurde aber ein deutlich höherer Bedarf an Ganztagsschulplätzen erkannt, der aber von Regierungsseite auf Grund einer Klassenmehrung immer noch keine eigene Klassenbildung ermöglichte. Es musste also eine Kompromisslösung her. So wurden alle möglichen Denkmodelle zum Thema Hortlandschaft, Mittagsbetreuung und offene Ganztagesangebote ergebnisoffen durchgesprochen. Über eine Stunde nahmen sich die Markträtinnen und Markträte in der Beratung Zeit, um alle Vor- und Nachteile abzuwägen. Es reifte die Erkenntnis, dass der offene Ganztag die Anforderungen der Mittagsbetreuungen voll und ganz ersetzt. Auch wurde dem Wunsch der Schulleitung entsprochen, die Langgruppen im Ganztag mit pädagogischen Angeboten „aufzupeppen“. Dies ist erforderlich um auch den Bedürfnissen der Interessenten des gebundenen Ganztags entgegenzukommen und unterstützt auch die Schule in ihrer ureigensten Arbeit,- Vertiefung und Förderung sollen nicht zu kurz kommen! Die Abstimmung erfolgte dann einstimmig. 

Kompromiss gesucht und gefunden

Der einzig mögliche und leistungsfähigste Kompromiss war die Einführung eines offenen Ganztag an beiden Standorten, da hier die größten Schnittmengen aus Betreuungsbedarf, schulkindlicher Förderung und auch die Umsetzbarkeit in Aussicht standen. Ebenso ist eine mögliche finanzielle Belastung durch unumgängliche Hortgebühren für nötige Betreuungszeiten vermieden worden. So können Eltern und Sorgeberechtigte künftig zwischen Ganztag und Hort wählen. Der offene Ganztag geht bis 14.00h oder 15:30h, die Mindestbuchungszeit sind zwei Tage die Woche, in denen dann Schulpflicht besteht. Freitagnachmittag und in den Ferien besteht durch den offenen Ganztag keine Betreuung. Alternative (auch bei gewünschter Ferienbetreuung der Kinder) ist dann die bestehende Hortlandschaft der katholischen Kirche und dem BRK im Nürnberger Land mit den üblichen Mindestbuchzeiten. 

Mittagsbetreuungen fallen künftig weg – Ersatz wird offener Ganztag

Der große saure Apfel ist die Einstellung der Mittagsbetreuungsangebote an beiden Standorten ab Beginn des neuen Schuljahres. Die Mittagsbetreuungen sind sowohl in Schnaittach als auch in Kirchröttenbach aus elterlichen, ehrenamtlichen Engagement entstanden und wurden über die Jahre hinweg zu sehr wichtigen Säulen der Betreuung am Schulstandort. Hier gilt auch, das in der Sitzung bereits zum Ausdruck gebrachte, uneingeschränkte „dicke Dankeschön“ an die Eltern, die sich über Jahre hinweg für die Betreuung der Kinder stark gemacht haben, zu erwähnen. Die Schnaittacher „Mitti“ ist schon seit Jahren in die Verantwortung des Marktes übergegangen und erst letztes Jahr wurde die „Mitti“ in Kirchröttenbach vom E.L.F. e.V. an das BRK im Nürnberger Land übergeben. Nun besteht die Möglichkeit einen Hort daraus zu machen, denn die Beschlusslage dazu hat der Marktrat bereits im letzten Jahr dazu gefällt. 

Vorsichtig positive Stimmung bei den Eltern – Viele Fragen

Bei der Schuleinschreibung für die Erstklässler am gestrigen Dienstag konnte bereits ein Eindruck der Eltern zu den neuen Betreuungsthemen eingefangen werden. „Wir waren anfangs geschockt, als es hieß der gebundene Ganztag kommt nun doch nicht zustande!“ Das Elternpaar hat bereits eine Tochter im gebundenen Ganztag (aktuell in der vierten Klasse) und ist erfahren mit dem erweiterten pädagogischen Angebot im Ganztag. „Nun erfuhren wir heute vom offenen Ganztag, der unsere Ansprüche an die Flexibilität der Buchung fast besser erfüllt – wichtig ist, dass es zu der pädagogischen Aufwertung in den Langgruppen kommt – wir wollen dies für unser zweites Kind unbedingt in Anspruch nehmen.“ Auch aus dem Elternbeirat kommt grundsätzlich eine positive Aufbruchstimmung in Richtung offenen Ganztag – die liebgewonnene Mittagsbetreuung erhält eine „kostenlose Alternative und bleibt im Grunde bestehen.“ Die Mehrzahl der Eltern begrüßt das starke Engagement der Schulleitung in die Richtung einer Aufwertung des offenen Ganztags. „man hätte sich früher die Fakten gewünscht“ – gerade die Eltern sind es ja, die das Leben um den Stundenplan der Kinder „herumorganisieren.“ Auch herrschen bei vielen Eltern nun Wissenslücken und Fragen im Detail um die neue Betreuungsform offener Ganztag – hier wird die Schulleitung und das Lehrerkollegium in den nächsten Wochen gefordert sein, um die vielen Fragen zu klären, aber man trifft hier auf ein motiviertes Team in der Grundschule, das dem Themen gewachsen ist. Viele Eltern sind nun in der Zwickmühle - Hort oder Ganztag – welche Betreuungsform ist für unser Kind die Beste? Diese Frage müssen sich die Eltern aber selber beantworten.

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