Integration von Familien in Schnaittach - „Wohnung gefunden“ und immer noch heißt es „Wohnungen gesucht“

Seit gut vier Jahren finden Menschen mit Fluchthintergrund in Schnaittach eine neue Heimat. Viele können sich noch erinnern – plötzlich gab es völlig unvorhersehbare Themen mit großen Fragezeichen in der Gesellschaft. Es wurden themenbezogene Bürgerversammlungen abgehalten, MIT- , Zeitungs-, und Homepage-Artikel verfasst, um die Information für die Bürgerschaft über die Unterbringung und Abläufe im Ort auf dem Laufenden zu halten. Im Rathaus wurden in der Verwaltung viele Überstunden abgearbeitet. Der Ansturm auf die Mitarbeiter mit Fragen, Sorgen und Nöten war enorm. Wurde anfangs noch Taschengeld ausbezahlt, wurde später auf Verrechnungsschecks umgestellt.

Die erste Unterbringung begann im „Schaffer-Bräustüberl“ an der Ecke Erlanger Straße und Badstraße mit einer Unterkunft und auch viel positiver Stimmung. Beim „Kennenlernfest“ war der zwischenmenschliche Kontakt das hohe Ziel. Bei Freigetränken mit Vesper und trotz einiger Sprachwirren wurde eifrig „kontaktet“ .Es gründete sich der aktive und extrem wichtige Asylhelferkreis im Ort und Vieles wurde bewegt. Nach kurzer Zeit kamen – für die Menschen überraschend – größere Unterkünfte wie das ehemalige Hotel Kampfer und weitere Wohneinrichtungen dazu. Schnell wurden die Bedürfnisse in Bezug auf Wohnraum erkennbar. Eine damals für den Bürgermeister „etwas überraschende“ Neubürgerversammlung Mitte 2015 im Rathaus zeigt die Not an Wohnraum in der Gänze deutlich auf. 

Viel ist seitdem geschehen - viele Menschen wissen inzwischen es gibt klare rechtliche Linien zu Asylrecht, es gibt Bleiberecht und Ablehnung, Asyl und subsidiären Schutz - und es gab leider auch unschöne Diskussionen zur befürchteten Überfremdung – aber was ist der „faktische“ Sachstand in Schnaittach: 

Wir haben in Kindergärten und Schulen viele Herausforderungen gehabt und mit Masse gut gelöst. Wir haben einigen Wohnraum-Leerstand sinnvoll belebt, wir haben erfreuliche Vermittlungen auf dem Arbeitsmarkt erreicht und wir haben sogar manche Geflüchtete ins wichtige Ehrenamt gebracht wie zum Beispiel bei der Wasserwacht.

Viele Unterkünfte sind leerer geworden, es gab und gibt wenige bis keine Probleme im Alltag und viele Befürchtungen traten nicht ein. 

Das Schöne ist, dass Menschen in der Zeit hier trotz Wohnungsmangel eine Wohnung oder Haus gefunden haben, um hier heimisch zu werden. Insgesamt haben 69 Personen, davon die Hälfte Kinder und Jugendliche, inzwischen eine neue Heimat in Schnaittach gefunden. Dabei handelt es sich überwiegend um Familien, die nun in 23 Wohnungen zur Miete wohnen. Hier gilt der Dank der Kommune, den Vermietern und vor allem den Vermittlern im Helferkreis – ohne Vermittlung und ohne vorurteilsfreie Unterstützung, wäre diese Zahl deutlich kleiner. Auch das Engagement des WIN-WIN Freiwilligenzentrum mit dem „Mieterführerschein“ für Geflüchtete hilft hier gegenseitig Vertrauen und Wissen aufzubauen. 

Nun gilt es – weitermachen, helfen, Augen und Ohren aufhalten. Die Kommune unterstützt weiter den Bau von kleineren und günstigen Wohnungen wie in der Erlenstraße. Leider ist der Bebauungsplan noch nicht in Baureife, so dass sich der Baubeginn noch etwas ziehen wird. Ein Baubeginn in 2018 wird sicher nur knapp möglich sein. 

Wenn Sie Wohnraum wissen oder vermitteln können – aktuell werden immer noch dringend Wohnungen für Familien gesucht – der nächste Winter kommt und für die Kinder sind die Wohnverhältnisse in den Unterkünften nicht ideal – helfen Sie mit und melden Sie Wohnraum an den Helferkreis! Melden Sie Wohnraum an helmutundelisabeth@gmx.de oder an Helmut Fischer 0160/91285230.

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